Kalifornisches Bistro belohnt seine Gäste für schlechte Bewertungen

Aus Wut über den Druck, den das Bewertungsportal Yelp auf Gastronomen ausübt, startete ein amerikanisches Restaurant eine skurille Gegenoffensive. Erfolgreich!

Nein, Angst sollte man nicht haben vor schlechten Bewertungen. Man kann es halt nicht jedem Recht machen. Wenn ein Gast meines Hotels sich nicht wohl in meinem qualtitativ hochwertigen Bett gefühlt hat, oder ein Kunde meines Restaurants die von vielen anderen hochgelobte Pasta nicht bekommt, dann ist es sein gutes Recht dies ehrlich und öffentlich auf Bewertungsplattformen zu monieren. Schließlich sollte ich als guter Gastronom um meinen eigenen Anspruch wissen und das nötige Selbstbewusstsein haben, auch Kritik zu ertragen.

Botto Bistro

Diesen Gedanken trieben die Betreiber des italienischen Restaurants Botto Bistro im Kalifornischen Richmond bis in die Spitze. Davide Cerretini und Michele Massimo verfolgen seit einigen Wochen den Plan, mit ihrem Restaurant das am schlechtesten bewertete Restaurant auf der Internetplattform “Yelp” zu werden. Und das mit Erfolg! Über 1000 Bewertungen mit einem Durchschnitt von 1 von 5 möglichen Sternen haben sich mittlerweile bei Yelp angesammelt und überbieten sich bisweilen in Absurdität.

So konnten die Betreiber jüngst stolz verkünden: „Es ist offiziell, Botto Bistro ist das schlechteste Restaurant auf Yelp und in der Welt von Yelp. Es bedarf großartiger Köche, großem Talent und großer Erfahrung, einen Michelin-Stern zu bekommen, aber um eine Ein-Stern-Bewertung auf Yelp zu kriegen, braucht es noch viel mehr.“

Um dieses Ziel zu erreichen servierten diese nicht etwa schlechtes Essen oder schnauzten ihre Kunden an – Nein, die Qualität des Ladens scheint an sich ganz gut zu sein. Cerretini und Massimo boten ihren Gästen jedoch einen Rabatt von 25% an, wenn diese im Gegenzug das Restaurant mit nur einem Stern bewerteten.

Botto Bistro II

Und wozu das Ganze? Glaubt man den Betreibern, so geht es ihnen wohl darum gegen das Geschäftsmodell von Yelp zu protestieren, demzufolge Restaurants, die einen Werbevertrag mit Yelp abschließen, prominenter platziert werden als andere. Vielleicht ist es aber auch nur eine clevere Marketingkampagne der beiden Italiener – gemäß dem Motto: There is no such thing as bad PR. So sagt Cerretini: “Unser Laden hat jetzt die gesamte Aufmerksamkeit der Welt, was will ich mehr?”

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Quellen:
FAZ.net
Ars Technica Blog

Mehr zur Yelp Kontroverse im Transition Marketing Blog (englisch:)
Come and hate us on Yelp




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